Tipistangen (Tipi Pols)

DIE TIPISTANGEN

In der nordamerikanischen Steppe wuchsen nur wenige bis gar keine Bäume. Daher besassen die Stangen für die Indianer einen grossen Wert (eine Stange = Wert eines Pferdes). Sie zogen oft Hunderte von Kilometern weit ins Gebirge um ihre Stangen zu beschaffen. Die schlanken geraden Stämme der Murray Kiefer eigneten sich am besten als Tipistangen. Auch schwarze Lärchen, weisse Zypressen und Virginia Wachholder wurden dafür verwendet.

In Europa wachsen diese Bäume in der Regel nicht. Stattdessen verwenden wir vor allem Fichten, die sich ebenfalls bestens für den Tipi-Bau eignen. Auch Lärchen und Kiefern oder andere Nadelhölzer können zu Stangen verarbeiten werden. Grundsätzlich werden nur trockene, gerade Stangen verwendet. Frische und noch nasse Stangen sind zu schwer und verbiegen sich leicht. In jungen Waldbeständen finden wir die geeigneten gerade wachsenden Bäume, die oft als Abfallholz gefällt und ausgeschnitten werden. Erkundigen Sie sich bei einem Förster, falls Sie Ihre Tipistangen selber herstellen möchten.

Tipp als pdf

Die Anzahl der benötigten Tipistangen hängt von der Grösse des Tipis ab und muss immer abzüglich der zwei Rauchklappen durch 3 teilbar sein.

  • 3 Bein
  • 2 x Rauchklappen
  • 1 x Liftpol
TipigrösseAnz. StangenStangenlänge
Ø  2.00 m9 Stk.3 m
Ø  3.00 m11 Stk.4 m
Ø  4.00 m11 Stk.5 - 6 m
Ø  5.00 m14 Stk.6 - 7 m
Ø  5.50 m14 - 17 Stk.7 - 8 m
Ø  6.00 m17 Stk.8 - 9 m
Ø  7.00 m20 Stk.9 – 10 m
Ø  8.00 m23 Stk.10 – 11 m
Ø  9.00 m26 Stk.11 – 12 m

BEDINGUNGEN

Die Tipistangen sollten trocken, gerade und die Oberfläche glatt geschält sein. Der Verlauf der Stangen sollte vom Fuss bis zur Spitze eine schlanke Form aufweisen. Man berechnet die Länge der Stangen aus dem Tipi-Durchmesser + 1/3 bis zu 1/2 Durchmesser (6m Tipi = 8-9m Stangen) mindestens aber 1 bis 1.5m länger. Wichtig ist, dass sie im Kreuzungspunkt ca. 4-5cm dick sind, um die Öffnung möglichst klein zu halten. Ein Stangensatz wirkt eleganter, wenn die Stangen möglichst spitzig in den Himmel hinausragen und die Längen leicht variieren.

MATERIAL

Tipi_Stangen_zeltwelt.ch

Tannen, Fichten- oder Kiefernspitzen eignen sich sehr gut für Tipistangen. Die leichteren Bambusstangen sind bis 7m erhältlich aber nicht so robust.


Bambusstangen nehmen leicht Feuchtigkeit auf, beim anschliessenden Austrocknen spalten sie sich durch die entstehende Spannung. Wenn die Stangen aber bei jeder Narbe mit einem dünnen ca. 2mm Bohrer diagonal durchbohrt werden, wird die Spannung reduziert und dadurch die Lebensdauer der Bambusstangen erhöht.


Herstellung von Tipistangen

Eine wichtige Arbeit ist das Entrinden der Stangen. Wenn sie frisch geschlagen sind, macht das Abschälen der Rinde mit einem Rindenschälmesser wenig Mühe. Mit Raspel und Sandpapier glätten Sie die Unebenheiten und Astknoten. Diese Arbeit sollte mit Ausdauer und Sorgfalt ausgeführt werden, denn jeder Knoten, jede Unebenheit dient als Abtropfstelle für Regenwasser oder drückt sich durch die Tipihülle hindurch und kann sie unter Umständen beschädigen. Wenn die Stangen an den unteren Enden mit einem Beil zugespitzt werden, rutschen sie beim Aufstellen nicht so leicht weg. Oben hingegen sollten sie rund sein. Dies ist vor allem für die Stangen zum Regulieren der Rauchklappen wichtig, da sie in die Taschen fassen, sollten sie keine scharfen Kanten haben.

Die von der Rinde befreiten und geglätteten Stangen sollten mind. 3 Monate trocknen können. Dazu stellt man sie wie ein Tipi auf oder lagert sie so, dass überall genügend Luft zu jeder Stange hin kommt. Bei der aufgestellten Variante müssen die Stangen immer wieder gedreht werden, damit sie sich nicht durch das Eigengewicht verbiegen.

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